Rückblick WW 2010
Wolfswelle 2010- Messe und Information Bericht für CQ DL, erschienen in gekürzter Fassung in CQ DL 7-2010, S. 471
Fotos der Veranstaltung sind in unserer Gallery zu sehen!
Fast alle maßgeblichen Fachfirmen aus dem norddeutschen Raum, dazu eine Auswahl exzellenter Fachvorträge- das wird den zahlreichen Besuchern der 2. Wolfswelle am 24. April 2010 auf dem Flugplatz Hungriger Wolf bei Hohenlockstedt geboten.
Regen Gebrauch machen die von nah und fern angereisten Funkfreunde von der Möglichkeit, sich im direkten Gespräch mit den Ausstellern und Referenten eingehend über neue Entwicklungen und Produkte auf dem Amateurbereich zu informieren.
Großes Interesse finden die von Appello gezeigten TenTec -Produkte, wie der Transceiver Orion mit diversem Zubehör, ebenso die von Bonito ausgestellte Multimode Software RadioCom 6, die u.a. das En- und Decodieren von unterschiedlichen digitalen und analogen Signalen aus zwei Radios gleichzeitig ermöglicht. Die Bedienung erfolgt mit einer flexibel anpassbaren Benutzeroberfläche. Firma Ing.-Büro Michels demonstriert die erstaunlichen Fähigkeiten ihres Sprachextraktors Lingua, mit dem sich der Störabstand signifikant verbessern lässt.

Appello und Bonito auf der Wolfswelle 2010
Auf dem Antennensektor bietet Problue u.a. die GFK-
Masten tele-15 und tele-18 an, die sich aufgrund hoher Belastbarkeit und Stabilität ideal für Portabelbetrieb eignen. Hamware zeigt symmetrische und unsymmetrische Antennentuner (AT-615U), die automatisch fernabstimmbar und mit 85 Abstimmspeichern ausgestattet sind.
SSB-Electronic überzeugt mit dem innovativen Koaxialkabel Ecoflex 15 Plus, das bei erweitertem Frequenzbereich (bis 8 GHz) eine geringere Dämpfung und höhere Flexibilität aufweist als die Vorversion. Firma Stahl Elektronik stellt Yaesu- Geräte aus, auch von Kenwood werden Geräte gezeigt. Etliche Produkte werden zu Messepreisen günstig angeboten.
Interessant ist auch eine Präsentation von der Fachhochschule Westküste zur Fernsteuerung einer Amateurfunkstation über das Internet. Die Sonderstelle Itzehoe der Bundesnetzagentur (Außenstelle Kiel) bietet mit ihrem Messplatz die komplette Überprüfung von mitgebrachten Sende- und Empfangsgeräten im Frequenzbereich bis 4 GHz an.
Außerdem sind vertreten der DARC-Verlag mit seinen Büchern, Lehrmitteln und Landkarten sowie der Verlag Funk- Telegramm mit vielen Sonderheften und DUBUS-Technik-Büchern. Auch die YL-Gruppe des Distriktes M ist mit einem Stand vor Ort.
Während des ganzen Tages läuft parallel zur Ausstellung das begleitende, umfangreiche Vortragsprogramm in zwei Hörsälen. Die Schwerpunkte liegen hier auf SDR (Software Defined Radio) und Antennen.
Nach einer einführenden Vorlesung von Dr. Bodo Scholz, DJ9CS, über SDR folgt eine ausführliche Besprechung des FA SDR-TRX der Zeitschrift FUNK-AMATEUR. Einzelheiten des Schaltungsentwurfs werden dargestellt, auch im Vergleich mit anderen Bausätzen. Hervorzuheben sind der integrierte Preselektor, der im Empfänger und auch im Sender hinter dem Schaltermischer eingesetzt wird, sowie die hervorragende Linearität der Treiberstufe. Abschließend wird der FA SDR-TRX im Betrieb vorgestellt. Ein weiterer Vortrag von DJ9CS beschäftigt sich mit Anwendung des vektoriellen Netzwerk-analysators VNWA. Dieser bietet eine preisgünstige Lösung für Funkamateure im Frequenzbereich von 1 kHz bis 1300 MHz. Nach einer Einführung in die Technik wird die Anwendung in der Analyse von Filtern, von Antennen, der Antennenanpassung, Bauteilebeurteilung und Zeitbereichsreflektometrie dargestellt.

SDR-Vortrag von Dr. Bodo Scholz, DJ9SC.
Günter Michels, DJ7UP, von Ing.-Büro Michels, referiert über den Sprachextractor LINGUA, seine Technologie und Anwendung im Amateurfunk. Die Sprache wird mittels eines aufwändigen DSP-Programms aus der Geräuschkulisse extrahiert und als Nutzsignal weitergeleitet. Die Verarbeitung im DSP- Prozessor erfolgt dabei mit bis zu 100 Millionen Befehlen pro Sekunde.
Auf dem Gebiet der Antennen erklärt Dr. Alexander Iwanoff, DL1AIW, anhand des Antennen- Simulationsprogrammes EZNEC die Eigenschaften von Antennen für das Low-Band (160m). Neben dem Strahlungswiderstand ist besonders ein niedriger Abstrahlwinkel von Bedeutung. Joachim Kledtke, DH9JK, stellt seine Eigenbauantenne für 160/ 80 /40m vor. Er hat einen 12m Vertikalstrahler (2×6m) mit 12m (6×2m) Dachkapazität entwickelt. Mit einem zuschalt-barem 27m Horizontalteil wird die Antenne zum Inverted L. Die Anpassung erfolgt mit einfachen und verlustarmen L- und C- Gliedern direkt am Speise-punkt über eine erdunsymmetrische 50 Ohm Koaxialleitung. Klaus Bemmerer, DJ2HW, von Hamware bringt in seinem Referat praxisorientierte Betrachtungen zur Anpassung von Antennen und HF-Leitungen an Senderausgänge. Besonderes Gewicht ist den Gegengewichten bei unsymmetrischen Antennen beizumessen, weil hier zahlreiche Ursachen für Verluste an Sendeenergie und Erzeugung von Störungen begründet sind.
Mathias Claußen von der Fachhochschule Westküste hat in seiner Bachelorarbeit die Möglichkeit der Steuerung einer Amateurfunkstation über das Internet untersucht. Gängige PC- Software für die Fernsteuerung und Audioübertragung wurde getestet und verglichen. Bei der Messung der Audioübertragungs-software zeigt sich, dass die Implementierung der einzelnen Codecs eine Auswirkung auf Latenz, Frequenzgang und Signal- to- Noise haben.
Ein besonderer Anziehungspunkt für die Besucher ist schließlich die Clubstation DK0IZ von M05, wo OM Peter, DL7LPH, den ganzen Tag über an einem ICOM 7700 mit Optibeam Betrieb in Telegrafie macht. Auf einem Großbildschirm lassen sich die APRS- Positionsmeldungen der Rundflug- Cessna verfolgen.
Mit der Tombola findet die im Norden einzigartige Veranstaltung ihr Ende, Hauptgewinn ist ein halbstündiger Rundflug, gestiftet vom Itzehoer Luftsportverein.
Ulrich Gerlach DF4EU
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